Manche Anforderungen sind nicht verhandelbar: ohne Führerschein kein Lieferdienst, ohne Ausbildung keine Pflegefachkraft. Für genau diese Fälle kannst du beim Ziel Mitarbeiter finden eine deiner Fragen zur Qualifizierungsfrage machen. Bei Terminen und Anfragen gibt es das bewusst nicht — dort kommt jede Buchung und jede Anfrage an.
Wichtig: Es entscheidet keine künstliche Intelligenz. Du legst fest, welche Antwort als „passt nicht" gilt — die Software wendet nur an, was du eingestellt hast.
So richtest du es ein
Im Assistenten, Schritt 2 „Fragen", klappst du unter der Frage „Als Anforderung prüfen …" auf. Dort wählst du:
- Welche Antworten passen nicht — bei einer Ja/Nein-Frage meist „nein".
- Was dann passieren soll — dazu gleich mehr.
- Du bestätigst den Hinweis zum AGG und klickst „Aussortieren aktivieren". Ohne diesen Klick greift die Frage nicht — sie ist dann eine ganz normale Frage.
Möglich ist das bei Ja/Nein- und Auswahl-Fragen. Ja/Nein- und Freitext-Fragen legst du selbst an; Auswahl-Fragen kommen aus den Vorlagen deiner Branche. Freitext lässt sich nicht eindeutig auswerten, und die Selbsteinschätzungen (Deutsch, Fachkenntnisse, Erfahrung) bleiben bewusst reine Information für dich.
Die zwei Wege
Bewerbung annehmen, aber kennzeichnen — der sichere Weg
Die Bewerbung kommt ganz normal bei dir an. Auf der Karte im Posteingang steht „Kriterium nicht erfüllt" mit der Begründung („Führerschein: nein"). Sonst ändert sich nichts: kein automatischer Status, keine automatische Absage, keine anderen Löschfristen. Du entscheidest.
Nimm diesen Weg im Zweifel. Menschen sind mehr als eine Ja/Nein-Antwort, und manchmal ist jemand ohne das Kriterium trotzdem der richtige Griff.
Funnel freundlich beenden — nur bei echten Ausschlusskriterien
Wer die nicht passende Antwort gibt, sieht statt des Formulars eine Hinweisseite: „Für diese Stelle passt es leider nicht — aber vielleicht für eine andere." Darunter stehen deine anderen offenen Stellen, und wenn du den Talentpool nutzt (ab BUSINESS), kann sich der Interessent dort eintragen.
Zwei Dinge, die du dabei wissen solltest:
- Es entstehen keine Bewerberdaten. Wer aussteigt, hat noch keine Kontaktdaten eingegeben — gespeichert wird nur ein anonymer Zähler an der Frage. In Schritt 2 siehst du „12× ausgestiegen" und weißt damit, welche Anforderung wie viele abschreckt.
- Stell diese Frage früh. Mit den Pfeilen ↑ ↓ ziehst du sie nach vorn. Jemanden nach acht Bildschirmen wegzuschicken ist ärgerlich für beide Seiten.
Was du nicht fragen darfst
Eine Ausschlussfrage entscheidet über Menschen. Das AGG zieht dabei klare Grenzen — unzulässig ist das Aussortieren nach:
Alter · Herkunft · Staatsangehörigkeit · Religion oder Weltanschauung · Geschlecht · sexueller Identität · Gesundheit oder Behinderung · Schwangerschaft · Familienstand · Gewerkschaftszugehörigkeit
Zulässig sind objektive, stellenbezogene Anforderungen:
| Geht | Geht nicht |
|---|---|
| „Hast du einen Führerschein Klasse B?" (wenn gefahren wird) | „Wie alt bist du?" |
| „Hast du eine abgeschlossene Ausbildung als …?" | „Bist du deutscher Staatsbürger?" |
| „Kannst du auch samstags arbeiten?" | „Hast du kleine Kinder?" |
| „Darfst du in Deutschland arbeiten?" | „Wo bist du geboren?" |
Wer unzulässig aussortiert, riskiert Schadenersatz nach § 15 AGG — und zwar unabhängig davon, ob es Absicht war.
Faustregel: Prüft die Frage, ob jemand die Arbeit tun kann — oder wer jemand ist? Nur das Erste gehört in eine Qualifizierungsfrage.
Auswirkung auf deine Werbung
Steigt jemand an einer Qualifizierungsfrage aus, meldet die Software Meta ein eigenes Ereignis (DisqualifiedExit) statt einer Bewerbung. Das ist Absicht: Sonst lernt Meta, dir mehr Leute zu schicken, die an genau dieser Anforderung scheitern.
Bei gekennzeichneten Bewerbungen bleibt das Ereignis „qualifizierte Bewerbung" aus — aus demselben Grund. Die Bewerbung selbst kommt trotzdem ganz normal bei dir an.